Hören Sie auf, in Minuten zu zählen. Beginnen Sie damit, auf das zu schauen, was wirklich zählt. Wenn es um Brandschutz geht, wird oft von „60 Minuten“ oder „90 Minuten Brandbeständigkeit“ gesprochen. Das klingt klar und vertraut, aber bei Lithium-Ionen-Batterien ist diese Denkweise nicht mehr ausreichend. Bei LOXXER sprechen wir bewusst nicht von „x Minuten Brandbeständigkeit“. Und dafür gibt es einen guten Grund!
Klassische Brandtests: Zeit als Maßstab
Traditionelle Brandbeständigkeitsklassifikationen (wie EI60 oder Typ 90) wurden für externe Brandszenarien entwickelt:
- Feuer entsteht außerhalb des Gehäuses
- Das Gehäuse muss 60 oder 90 Minuten Widerstand leisten
- Der Test endet nach einer vorher festgelegten Zeit
Aber Lithium-Ionen-Batterien verhalten sich grundlegend anders.
Lithium-Ionen-Brände: keine Frage von Minuten
Ein Lithium-Ionen-Batteriebrand:
- Entsteht im Gehäuse selbst
- Besteht aus thermischem Durchgehen, mit mehreren Entzündungen
- Hat keine feste Dauer
- Kann Stunden dauern, mit Wiederentzündungen
Ein Test, der einfach nach 60 oder 90 Minuten endet, sagt also nichts darüber aus, was danach passiert.
Der VDMA-Ansatz: Testen unter realistischen Szenarien
Deshalb folgt LOXXER der VDMA 24994-Methodologie. Dabei wird nicht auf die Zeit, sondern auf das Verhalten und die Sicherheit während eines realistischen Batterievorfalls geachtet. Das Gehäuse wird getestet mit:
- Batterieexplosionen
- Thermisches Durchgehen mehrerer Zellen
- Testdauer: bis der Prozess vollständig unter Kontrolle ist und die Temperatur wieder sinkt
Während des Tests wird überprüft, ob:
- Die Struktur des Gehäuses intakt bleibt
- Die Türen geschlossen bleiben
- Die Außentemperatur sicher bleibt
- Keine Flammen oder Projektile entweichen
Der Test endet erst, wenn die Gefahr effektiv vorbei ist!